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9. Aktionstag zur Selbsthilfe am 2. Juli 2011

Auch in diesem Jahr trafen wir uns an einem Samstag in den Klinkerhallen zum Aktionstag zur Selbsthilfe. Das Thema in diesem Jahr war „Gesunde Knochen von der Kindheit bis ins Alter – aktiv gegen Osteoporose”.

Frau Monika Küßner von der Selbsthilfekontaktstelle Zeitz und Frau Dorothea Götschenberg als Gleichstellungsbeautragte der Stadt hatten wieder alle bestehenden Selbsthilfegruppen der Umgebung eingeladen und dieses Mal waren – soweit ich mich erinnern kann – die meisten da. Die Tische, die bisher im Carree aufgestellt waren, reichten dieses Mal nicht aus und es mussten auch 2 Tische in den Halbkreis gestellt werden. „Wow”, dachte ich da, „Schön, dass es jedes Jahr mehr Beteiligte gibt, die an einem solchen Tag ihre Gruppe repräsentieren wollen.”

Insgesamt 29 Gruppen aus Zeitz, Weißenfels und Naumburg stellten sich in diesem Jahr vor und informierten vor allem aber darüber, wie Selbsthilfe aussehen und funktionieren kann. Auch die AOK war in diesem Jahr mit dabei. Ich finde es echt Klasse, dass endlich auch mal eine Krankenkasse Interesse öffentlich in dieser Form zeigte!

Dass das geplante Rahmenprogramm wieder sehr interessant und ansprechend war, zeigte sich nicht nur darin, dass das Angebot „Bewegung mit Power auf Dauer” der Physiotherapeutin Babette Neddermeyer so gut angenommen wurde. Es war in der 2. Halle nicht ein einziger Platz mehr frei! Genau so sollte auch der Rest des Tages ablaufen. Natürlich passte die „Bewegungstherapie” nicht nur zu unserer Gruppe. Schließlich brauchen letzten Endes nicht nur die Bechtis Bewegung!!

Nach kurzer Erholungspause, die dann von den Organisatoren auch zum Umgestalten der Halle in einen Zuhöersaal genutzt wurde, fand dann mal wieder ein sehr gelungener und interessanter Arztvortrag statt. Herr Dr. med. Peter Tautz vom Saale-Reha-Klinikum Bad Kösen sprach zum Thema „Knochenschwund – die heimliche Volkskrankheit” mit all ihren Ursachen, Folgen und Behandlungsmöglichkeiten. Auch hier waren die Plätze wieder sehr rar und ich war froh, dass ich auch in der 2. Halle aufgrund des Lautsprechersystems wenigstens den Text mitbekam!!

In der Zwischenzeit baute die Selbsthilfegruppe des Blinden und Sehbehindertenverbandes einen „Parcours im Dunkeln” auf. Dabei ging es darum, uns „Sehenden” mit Hilfe einer Maske das Tageslicht zu rauben und uns dann mit einem Blindenstock bewaffnet, den Weg abgehen zu lassen. Das ist gar nicht so einfach, kann ich euch sagen!

Nach dem Mittag gab es dann noch eine Kostprobe für gesundes, knochenfreundliches Essen. Wir konnten Vollkornnudeln, ein leckeres Müsli und eine Joghurtdrink probieren. Ganz ehrlich – mein Lieblingsessen wird das aber vorläufig nicht. Obwohl ich sagen muss, Vollkornnudeln mit Tomatensoße sind bestimmt auch ganz lecker!

Auch in diesem Jahr kam das – für mich – Beste zum Schluss. Die Laienspielgruppe aus Kayna war wieder angereist. Diesmal haben sie uns aber nur mit ihren tollen Tänzen beeindruckt, da nicht genug Schauspieler „aufzutreiben” waren. Schade! Aber im nächsten Jahr zum Jubiläum des Aktionstages gibt es dann sicher wieder ein richtiges Stück zu sehen.

Ich möchte an dieser Stelle wieder den Verantwortlichen, aber auch den Mitgestaltern für die tolle Arbeit danken. Ich freue mich jedes Jahr auf diesen Tag und werde ganz bestimmt auch im nächsten Jahr wieder mit dabei sein!

Text: Ivonne Rammel

 
 
 
Sommerfest am 23. Juli 2011 in Würchwitz

Unser Günther Holluba hatte in diesem Jahr zu einem ganz besonderen Sommerfest geladen: Es ging samt Partnern zur Milbenkäse- und Weinverkostung ins schöne Dorf Würchwitz im Schnaudertal.

Nach einer herzlichen Begrüßung mit einem Gläschen Sekt aus eigener Produktion auf dem Weingut Hubertus Triebe ging es gemeinsam mit Humus (alias Helmut Pöschel) Richtung Milben-Käserei.

Dabei entdeckten wir auch, dass es für die „Hauptakteure”, die Milben, inzwischen sogar ein eigenes Denkmal aus weißem Carrara-Marmor gibt.

Humus erzählte uns auf dem Hof angekommen, dass der Milbenkäse ein „Trüffel” unter den Käsesorten ist. Dieser besondere Käse zeichnet sich durch eine ungewöhnliche Geschmacksvielfalt mit einer besonders würzig-bitteren Note und einer langen Haltbarkeit aus. Die Herstellung ist aufgrund der Handarbeit sehr aufwendig und erfordert viel Erfahrung. Die Käserohlinge kommen dazu in eine sogenannte Milbenkiste und dort wird er mit Hilfe der Milben veredelt.

Dabei muss er täglich betreut werden, besser gesagt, die Milben müssen gepflegt und gehegt werden, damit sie gute Arbeit leisten können. Während der Reifung wird ca. die Hälfte des Käses von den Milben abgefressen. Ganz schön viel, wenn man bedenkt, wie klein diese Tierchen doch sind. Aber im Anbetracht der Menge an „Arbeitskräften” kann man nur sagen, dass die kleinen Biester doch einen Riesen-Appetit haben. Naja, und inzwischen ist dieser besondere Käse nicht nur in unserer Ecke bzw. in unserem Land bekannt.

Alle durften wir letzten Endes sogar kosten, wenn auch der ein oder andere der köstlichen Versuchung widerstand.

Das zum Hof gehörige Mini-Museum war dann auch recht interessant.

Dieser Käse ist schon ganz schön weit gereist, bis ins Weltall hat er es 2004 bis zur internationalen Raumstation ISS geschafft. Das älteste erhaltene Stück Milbenkäse, das die Besucher im Würchwitzer Mini-Museum bestaunen können, ist mehrere hundert Jahre alt - und natürlich ungenießbar. Sehenswert ist es allemal, was hier gezeigt wird, auch wenn die lebenden Käsemilben in den Kisten mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind.

Zu den Raritäten des Museums gehören auch die Käsemilben, die mit im Weltall waren, samt ihren winzigen Orden aus Blattgold stilecht auf einem kleinen roten Samtkissen drapiert. Oder das Käse-Mausoleum, das der Kaynaer Bildhauer Christian Späte aus echtem Marmor herstellte.

Nach diesem sehr interessanten und witzigen Besuch ging es dann wieder zurück zum Weingut, wo wir dann andere kulinarischen Freuden genossen.

Grit Triebe begrüßte uns nun noch einmal auf ihrem wunderschönen Hof und führte uns in die gemütliche Weinstube.

Grit Triebe und ihr Team hatten während unserem Besuch bei Humus schon alles für einen schönen entspannten Abend vorbereitet. Es gab eine Hausschlachteplatte mit allerlei leckeren Köstlichkeiten einer in der Nachbarschaft ansässigen Fleischerei, dazu wurde ganz frisches und ebenso schmackhaftes Brot gereicht. Aber viel wichtiger war, dass wir frei nach dem Motto der Triebes „Wein & Liebe sind edle Triebe” den ersten leckeren Wein des Abends probieren durften. Und wir wussten, da kommen noch mehr und freuten uns darüber schon jetzt so sehr!

Gemeinsam mit den Jungen Bechtis war ich bereits 2008 zu Gast bei Triebes, damals jedoch noch in Salsitz, wo sich auch heute noch der Weinberg befindet. Das neue Objekt ist mit genauso viel Liebe und Hingabe hergerichtet worden. Man fühlt sich auf Anhieb wohl. Nach der körperlichen Stärkung ging es dann auf Erkundungstour durch die neuen Gemäuer.

Frau Triebe erzählte uns in der derzeitigen Kelterhalle so einiges Interessantes. Auch eine Granate aus dem Zweiten Weltkrieg wurde bei den Umbauarbeiten „frei” geschaufelt und sorgte dabei für einiges Aufsehen. Verständlich!! Im Oktober diesen Jahres steht nun auch der Abschluss der nächsten Bauetappe an, was natürlich mit einer großen Eröffnungsparty gebührend gefeiert wird.

Nach unserem Rundgang ging es dann zurück in die Weinstube, wo wir nun noch 6 Weinsorten probieren durften, die Triebes auf ihrem Weinberg mit dem königlichen Namen „Salsitzer Englischen Garten” angebaut und selbst gekeltert haben. Und ich sage euch, die Weine waren alle königlich lecker. Mmh!!!

Mit ein paar lustigen Einlagen von Günther und einigen Anekdoten und lockeren Gesprächen ging der Abend wie im Flug vorbei und es war ruckzuck Zeit, nach Hause aufzubrechen. Schade, dass solche Abende schneller zu vergehen scheinen wie andere!!

Wir trugen uns dann als Erinnerung an unseren schönen Abend ins Gästebuch des Hauses ein. Grit freute sich sehr darüber, zeigte es ihr doch, dass wir uns in ihrem Räumlichkeiten sehr wohl gefühlt haben.

Zum Glück brauchten wir nach diesen herrlichen Genüssen nicht selber nach Hause zu fahren. Wohlweislich hatten unsere „Verantwortlichen” einen Taxidienst organisiert, so dass jeder von uns heil und wohlbehalten in seinen eigenen Gefilden ankam.

Ich möchte mich an dieser Stelle – sicher auch im Namen der anderen Anwesenden – ganz, ganz herzlich bei Günther, Petra und den anderen Organisatoren bedanken. Es war ein wunderschöner Nachmittag. Und eines weiß ich auch: Ingo ärgert sich grün und blau, dass er nicht dabei sein konnte, da er mit dem Lkw in England unterwegs war!! Bis zum nächsten Mal!!

Ivonne Rammel

 
 
Von draus vom Walde da komm ich her,

…ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!

Mit diesem allseits bekannten Spruch begrüßte uns auch in diesem Jahr der alte dicke Mann mit rotem Mantel und weißem, flauschigem Zottelbart.

Dieses Jahr traf sich die Selbsthilfegruppe Morbus Bechterew Zeitz am 10. des Monats Dezember in der versteckt gelegenen Gaststätte „Am Weinberg“ in Zeitz. Der alte Mann musste ganz sicher schon lange suchen, bis er uns endlich fand. Die Weihnachtslieder, welcher wir zu seiner Begrüßung gesungen haben, wiesen ihm dabei sicher den Weg.

Nur gut, dass wir uns vorher mit selbstgebackenen Keksen und leckerem Kaffee ein wenig gestärkt hatten!

Die Geschenke, die der liebe alte Mann in diesem Jahr mit Hilfe seiner beiden Elfen vorbereitet hatte und mit einem bezaubernden Engel an uns verteilte, waren mit sehr viel Liebe gesucht, gefunden und verpackt worden. Der ein oder andere von uns sagte sogar extra ein Gedicht auf. Nur singen wollte keiner von uns allein. Unsere Stimmen waren ein wenig eingerostet! Gemeinsam im Chor klang es dann nicht ganz so grausam und der Weihnachtsmann freute sich und hat versprochen, wenn wir weiter so lieb und nett wären, uns im nächsten Jahr wieder besuchen zu kommen.

Der alte Mann musste an diesem Tag leider genauso schnell gehen, wie er gekommen war. Viele Leute warteten schon sehnsüchtig auf ihn, so wie wir.

Ich find es toll, dass auch so mancher „Großer“ wenigstens in der Weihnachtszeit zum Kind wird und sich von Herzen freuen kann, auch wenn das vergangene Jahr nicht nur Freude bereit gehalten hatte. Jeden von uns plagen Sorgen; sei es die Krankheit Morbus Bechterew oder andere Sorgen, wie die Angst um Angehörige oder einfach nur um Job und Auskommen.

Trotzdem sind wir immer wieder gern zusammen, reden viel miteinander, tauschen uns aus, hören einfach nur zu und trösten sogar dann und wann.

Für mich ist diese Gruppe von Menschen zu einer Art Familienersatz geworden, sind doch meine Eltern und Schwiegereltern vor vielen Jahren schon verstorben.

Es tut gut, einfach nur mit jemandem zu reden, der ganz ähnliche Probleme zu wälzen hat, wie man selber. Gerade in der Weihnachtszeit, ist es – zumindest für mich – ganz wichtig, füreinander da zu sein. Wenn man manchmal auch nicht wirklich helfen oder Schmerzen nicht lindern kann. Aber wir sind füreinander immer da und hören zu.

Das gibt es in der heutigen stressgeplagten Zeit leider viel zu selten. Wer denkt schon an die älteren Nachbarn; wer hat Zeit, sie zu besuchen, um ihnen einfach nur Gesellschaft zu leisten? Die Zeit ist viel zu kostbar und vergeht so schnell! Wir sollten nie vergessen, dass wir nicht ewig auf dieser Erde weilen und die uns verbleibende Zeit aus diesem Grund weise und vor allem sinnvoll nutzen. Jedes Jahr um diese Zeit komme auch ich zum Nachdenken, grüble über das nun bald vergangene Jahr und frage mich, was ich ändern könnte, um ein wenig ruhiger leben zu können.

Man sollte sich einfach mehr Zeit für Freunde, Nachbarn und vor allem für die Familie nehmen! Sonst geht es uns vielleicht eines Tages wie den Menschen in der Geschichte „Stell dir vor, es ist Weihnachten und keiner geht hin!“, die uns Ingrid an diesem Abend vorgelesen hat. Der Weihnachtsmann geht da von Tür zu Tür (wie immer halt), aber keiner will ihn einlassen. Er muss sich Sprüche wie „Betteln und Hausieren verboten!“ oder „Wir kaufen nichts!“ anhören. Irgendwann wird er wütend und möchte alles hinwerfen. Aber ein kleines Mädchen, an dessen Tür er auch klopfte, öffnete nach einigem Zögern zaghaft die Tür und ließ den Alten ein. Am Ende verbrachten beide einen unvergesslichen Abend mit Spiel und Spaß.

Genauso sollte es immer mal wieder sein. Zusammensein und Spaß haben, nicht nur über Probleme grübeln, dass nehme zumindest ich mir auch für das nächste Jahr vor! Und ich weiß, meine Freunde von der DVMB Landesverband Sachsen-Anhalt e.V. sind immer für mich da! Und dafür möchte ich hier einfach nur mal DANKE sagen.

Es wurde an diesem Abend nicht nur gegessen. Das gehört sicher auch dazu. Aber nein, wir haben gesungen, gelacht und den Gedichten und Geschichten gelauscht, die vorgetragen wurden.

Dank der lieben Weihnachtswichteln, die diesen Tag mal wieder super vorbereitet haben, wurde es zu einer gelungenen Jahresabschlussveranstaltung.

Aber auch unseren Sponsoren, den Fördermitgliedern und allen fleißigen Helfern möchte ich für die tolle Arbeit und Hilfe in diesem Jahr danken. Besonderer Dank gilt unserem Fördermitglied Dr. Altmann, der uns mit seiner Anwesenheit überraschte, er ist von Anfang an, seit 2003 mit dabei. Wir hätten nicht so viel gemeinsam außerhalb unserer Therapie unternehmen können, wären sie nicht da. Es geht dabei nicht immer nur um Geld. Nein, allein die Organisation solcher Veranstaltungen fordert viel Einsatzbereitschaft und unermüdliche Helfer. So konnten wir in diesem Jahr wieder zum Spanferkelessen walken, unser Sommerfest auf eine ganz besondere Art gestalten, bowlen gehen. Auch Bad Schlema mit seinem radonhaltigen Wasser stand auf dem Plan und war wie beim letzten Mal eine Erholung für Körper und Seele.

Ich hoffe und wünsche mir, dass wir auch im nächsten Jahr oft zusammen kommen, um gemeinsam nach den schönen Seiten des Lebens zu suchen. Die Krankheit raubt oft genug fast die letzte Kraft, aber wir bieten ihr die Stirn und sagen uns, dass wir uns nicht unterkriegen lassen (wollen).

Text: Ivonne Rammel

 
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