• DE
Es gibt noch einiges Schöne in Zeitz zu entdecken!

Am Sonnabend, den 27.03.2010 trafen sich 10 Mitglieder einschließlich Ehepartner sowie 5 Fördermitglieder der Selbsthilfegruppe „Morbus Bechterew“ Zeitz zu einer geselligen Jahreshauptversammlung. Anwesend war auch eine Vertreterin des Landesverbandes.

Grund für unser Zusammentreffen in dieser Zusammensetzung war das 7jährige Bestehen unserer Gruppe, welche sich am 31.03.2003 in der Kontaktstelle des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes am Kalktor in Zeitz gründete.

Seit dieser Zeit wird ein reges Gruppenleben in Form von Beratung, Begegnung und Bewegung praktiziert. Unsere wöchentlichen sportlichen Aktivitäten in Form von Funktionstraining und Vorträge z. B. von Apothekern, Bowlingabende, Besuch der Radontherme in Bad Schlema, Weihnachtsmarkt in Schneeberg (um nur einiges zu nennen) gehören zu unseren wesentlichen Veranstaltungen.

Natürlich nehmen wir auch an den Info- und Fortbildungsveranstaltungen des Landesverbandes teil.

Zu unseren monatlichen Zusammenkünften treffen wir uns in der Kontaktstelle am Kalktor, wo die Mitarbeiterinnen dieser Einrichtung stets für einen angenehmen Aufenthalt sorgen.

In den 7 Jahren unseres Bestehens haben wir inzwischen schon verschiedene Lokalitäten der Stadt sowie der ländlichen Region kennen gelernt.

Diesmal hatten wir uns für einen besonderen Aufenthaltsort entschieden: Wer kennt das Hotel & Restaurant Maximilian in der Braustraße von Zeitz?

Ein sehr schönes Ambiente in dem neu gestalteten Restaurant sowie kulinarische Leckerbissen, eine sehr nette und aufmerksame Bedienung trugen zum Wohlbefinden aller Anwesenden bei. Vom Chef des Hauses wurden wir dann sogar über einige Details des Umbaus sowie der Neugestaltung der 25 Hotelzimmer des ehemaligen „Paulaner“ informiert und es wurde uns ein Rundgang durchs Haus mit Besichtigung einiger Hotelzimmer gestattet. Dabei stellten wir aber auch fest, dass noch einiges an Arbeit vor den Besitzern liegt. Aber am Ende wird es dann sogar einige behindertengerechte Zimmer geben! Alle Anwesenden waren von der schönen, gemütlichen Atmosphäre beeindruckt.

Alles in Allem war dieser Abend wieder ein Stück Gruppenarbeit in geselliger Form.

Wir Mitglieder haben alle ein heimtückisches Leiden, welches uns im täglichen Leben oftmals sehr beeinträchtigt. Deshalb stellen wir uns aktiv dieser Krankheit, versuchen uns gegenseitig aufzubauen und sind bemüht, trotz immer wiederauftretender Probleme, das tägliche Leben zu meistern und lebenswerter zu gestalten.

Inge Zacharias

Nordic-Walking nach Röden am 30. Juli 2010

Tja, genau wie im letzten Jahr ging es auch in dieses Mal morgens mit richtig tollen Regengüssen los. Schei…Hoffentlich, ändert sich das noch! Aber bis zum Nachmittag waren es ja immerhin noch ein paar Stunden und der Wetterdienst hat ja besseres Wetter fürs Wochenende vorhergesagt!!

Und als ich dann um 15:45 Uhr in Zeitz am Bahnhof ankam und in meinen kleinen Peugeot stieg, schien schon so richtig schön die Sonne und es sah nach einemwundervollen Nachmittag aus. Naja, wenn Engel wandern gehen (*grins*).

Wir trafen uns wie im letzten Jahr am Sportplatz in Rasberg. Wir schnappten unsere Walking-Stöcke, schlossen unsere Autos ab und los gings ins Gasthaus „Zum Kuhstall” nach Röden immer der Nase nach durch Wald, Wiese, Felder. Die zahlreichen Kühe beobachteten uns und wir feststellen sollten, liebte auch das ein oder andere Tier die Freiheit. Wir liefen in einem eher gemächlicheren Tempo, damit wir beieinander blieben und hatten schon auf dem Hinweg eine ganze Menge Spaß. Es gab viel zu erzählen und zu lachen. Der Weg war aufgrund des vorher so miesen Wetters an manchen Stellen ein wenig nass und rutschig und wir mussten richtig aufpassen, dass wir nicht auf die Nasen fielen.

Endlich angekommen freuten wir uns schon so richtig aufs knusprig gebratene Spanferkel vom Spieß. Leider mussten wir feststellen, dass es noch nicht ganz an der Zeit zum Speisen war. Aber das hat unsere gute Laune nicht geschmälert. Wir saßen diesmal sogar draußen und ließen uns die Sonne ins Gesicht scheinen und sahen dem Spanschwein beim Brutzeln zu. Dazu gab es ein kühles Getränk und wir stellen fest, dass es so bleiben konnte.

Als endlich die Spansau fertig war, bildete sich ganz schnell eine riesige Schlange; jeder wollte der Erste sein! Und wir wussten schon, warum wir uns ganz schnell angestellt haben. Schließlich hatten wir schon im letzten Jahr festgestellt, wie überaus lecker diese Speise ist.

Natürlich gab es auch für die ganz Hungrigen unter uns einen Nachschlag, aber die meisten saßen schon nach der ersten Portion rum und konnten sich nicht mehr wirklich bewegen. Nur gut, dass wir uns dann Richtung Heimat per Pedes in Bewegung setzen mussten. Da konnten wir so manches Gramm wieder abtrainieren!!

Auf dem Heimweg stellte sich uns eine der Kühe in den Weg und wollte am liebsten mit uns weiter laufen. Naja, so ging das ja nicht! Man würde uns ja eventuell der Entführung beschuldigen! Also wurde das liebreizende Tierchen wieder auf seine angestammte Weide zurück geführt und dann trollten wir uns weiter durch den Wald Richtung Rasberg. Auf dem Parkplatz an unseren Autos haben wir dann zum Abschluss noch ein schönes Gruppenfoto geschossen und uns dann voneinander verabschiedet. Und wir haben festgestellt, dass diese Veranstaltung wohl nun zu so einer Art Tradition der Gruppe Zeitz wird.

Text: Ivonne Rammel

8. Aktionstag zur Selbsthilfe am 7. August 2010

Dieses Jahr fand der Aktionstag erst am 7. August statt und unsere Selbsthilfekontaktstelle hatte in Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Zeitz wieder alle Selbsthilfegruppen aus Zeitz und Umgebung dazu in die Klinkerhallen nach Zeitz unter dem Motto "Das eigene Gelenk ist das Beste" eingeladen.

Deshalb freuten wir uns sehr, dass Herr Dr. Andreas Pflug, Ärztlicher Direktor am Georgius-Agricola-Klinikum Zeitz und Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie einen Vortrag hielt mit der Fragestellung "Wenn die Gelenke schmerzen, was dann?" Dabei ging es hauptsächlich um den Einsatz künstlicher Gelenke. Das betrifft ja doch den ein oder anderen von uns und allein schon daher war dieser Tagesordnungspunkt sehr interessant und aufschlussreich.

Unsere Physiotherapeutin Monika Richter gab uns dann mal wieder den Rat „Trainieren statt resignieren - Schmerzen lindern, Beweglichkeit erhöhen". Dies tun ja viele von uns in den wöchentlichen Gymnastikstunden, sei es im Wasser oder an Land. Für die Bechterewler gehört das zum täglichen Alltag dazu.

Während der ganzen Zeit konnten wir uns über die verschiedenen Selbsthilfegruppen informieren. Schön war, dass in diesem Jahr auch die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt und die Hospizbewegung Burgenlandkreis e. V. anwesend waren und über ihre Angebote informierten.

Der Nachmittag klang mit einem kleinen Ausschnitt aus dem Programm der „Laienspieler“ aus Kayna aus. Sie führten uns leider nur einen klitzekleinen Teil ihres neuen Stückes „Die grauen Männchen vom Würchwitzer Rittergut“ auf und machten uns neugierig auf mehr!!Premiere ist aber erst am 12.09.2010 in der Blumenmühle Würchwitz. Vielleicht sieht man sich ja da wieder!!

Wir danken der Selbsthilfekontaktstelle Burgenlandkreis unter Leitung von Monika Küßner und der Zeitzer Gleichstellungsbeauftragten Dorothea Götschenberg für den wieder gelungenen Aktionstag und hoffen weiterhin auf gute Zusammenarbeit.

Ivonne Rammel

9. Aktionstag zur Selbsthilfe am 2. Juli 2011

Auch in diesem Jahr trafen wir uns an einem Samstag in den Klinkerhallen zum Aktionstag zur Selbsthilfe. Das Thema in diesem Jahr war „Gesunde Knochen von der Kindheit bis ins Alter – aktiv gegen Osteoporose”.

Frau Monika Küßner von der Selbsthilfekontaktstelle Zeitz und Frau Dorothea Götschenberg als Gleichstellungsbeautragte der Stadt hatten wieder alle bestehenden Selbsthilfegruppen der Umgebung eingeladen und dieses Mal waren – soweit ich mich erinnern kann – die meisten da. Die Tische, die bisher im Carree aufgestellt waren, reichten dieses Mal nicht aus und es mussten auch 2 Tische in den Halbkreis gestellt werden. „Wow”, dachte ich da, „Schön, dass es jedes Jahr mehr Beteiligte gibt, die an einem solchen Tag ihre Gruppe repräsentieren wollen.”

Insgesamt 29 Gruppen aus Zeitz, Weißenfels und Naumburg stellten sich in diesem Jahr vor und informierten vor allem aber darüber, wie Selbsthilfe aussehen und funktionieren kann. Auch die AOK war in diesem Jahr mit dabei. Ich finde es echt Klasse, dass endlich auch mal eine Krankenkasse Interesse öffentlich in dieser Form zeigte!

Dass das geplante Rahmenprogramm wieder sehr interessant und ansprechend war, zeigte sich nicht nur darin, dass das Angebot „Bewegung mit Power auf Dauer” der Physiotherapeutin Babette Neddermeyer so gut angenommen wurde. Es war in der 2. Halle nicht ein einziger Platz mehr frei! Genau so sollte auch der Rest des Tages ablaufen. Natürlich passte die „Bewegungstherapie” nicht nur zu unserer Gruppe. Schließlich brauchen letzten Endes nicht nur die Bechtis Bewegung!!

Nach kurzer Erholungspause, die dann von den Organisatoren auch zum Umgestalten der Halle in einen Zuhöersaal genutzt wurde, fand dann mal wieder ein sehr gelungener und interessanter Arztvortrag statt. Herr Dr. med. Peter Tautz vom Saale-Reha-Klinikum Bad Kösen sprach zum Thema „Knochenschwund – die heimliche Volkskrankheit” mit all ihren Ursachen, Folgen und Behandlungsmöglichkeiten. Auch hier waren die Plätze wieder sehr rar und ich war froh, dass ich auch in der 2. Halle aufgrund des Lautsprechersystems wenigstens den Text mitbekam!!

In der Zwischenzeit baute die Selbsthilfegruppe des Blinden und Sehbehindertenverbandes einen „Parcours im Dunkeln” auf. Dabei ging es darum, uns „Sehenden” mit Hilfe einer Maske das Tageslicht zu rauben und uns dann mit einem Blindenstock bewaffnet, den Weg abgehen zu lassen. Das ist gar nicht so einfach, kann ich euch sagen!

Nach dem Mittag gab es dann noch eine Kostprobe für gesundes, knochenfreundliches Essen. Wir konnten Vollkornnudeln, ein leckeres Müsli und eine Joghurtdrink probieren. Ganz ehrlich – mein Lieblingsessen wird das aber vorläufig nicht. Obwohl ich sagen muss, Vollkornnudeln mit Tomatensoße sind bestimmt auch ganz lecker!

Auch in diesem Jahr kam das – für mich – Beste zum Schluss. Die Laienspielgruppe aus Kayna war wieder angereist. Diesmal haben sie uns aber nur mit ihren tollen Tänzen beeindruckt, da nicht genug Schauspieler „aufzutreiben” waren. Schade! Aber im nächsten Jahr zum Jubiläum des Aktionstages gibt es dann sicher wieder ein richtiges Stück zu sehen.

Ich möchte an dieser Stelle wieder den Verantwortlichen, aber auch den Mitgestaltern für die tolle Arbeit danken. Ich freue mich jedes Jahr auf diesen Tag und werde ganz bestimmt auch im nächsten Jahr wieder mit dabei sein!

Text: Ivonne Rammel

 
 
 
Sommerfest am 23. Juli 2011 in Würchwitz

Unser Günther Holluba hatte in diesem Jahr zu einem ganz besonderen Sommerfest geladen: Es ging samt Partnern zur Milbenkäse- und Weinverkostung ins schöne Dorf Würchwitz im Schnaudertal.

Nach einer herzlichen Begrüßung mit einem Gläschen Sekt aus eigener Produktion auf dem Weingut Hubertus Triebe ging es gemeinsam mit Humus (alias Helmut Pöschel) Richtung Milben-Käserei.

Dabei entdeckten wir auch, dass es für die „Hauptakteure”, die Milben, inzwischen sogar ein eigenes Denkmal aus weißem Carrara-Marmor gibt.

Humus erzählte uns auf dem Hof angekommen, dass der Milbenkäse ein „Trüffel” unter den Käsesorten ist. Dieser besondere Käse zeichnet sich durch eine ungewöhnliche Geschmacksvielfalt mit einer besonders würzig-bitteren Note und einer langen Haltbarkeit aus. Die Herstellung ist aufgrund der Handarbeit sehr aufwendig und erfordert viel Erfahrung. Die Käserohlinge kommen dazu in eine sogenannte Milbenkiste und dort wird er mit Hilfe der Milben veredelt.

Dabei muss er täglich betreut werden, besser gesagt, die Milben müssen gepflegt und gehegt werden, damit sie gute Arbeit leisten können. Während der Reifung wird ca. die Hälfte des Käses von den Milben abgefressen. Ganz schön viel, wenn man bedenkt, wie klein diese Tierchen doch sind. Aber im Anbetracht der Menge an „Arbeitskräften” kann man nur sagen, dass die kleinen Biester doch einen Riesen-Appetit haben. Naja, und inzwischen ist dieser besondere Käse nicht nur in unserer Ecke bzw. in unserem Land bekannt.

Alle durften wir letzten Endes sogar kosten, wenn auch der ein oder andere der köstlichen Versuchung widerstand.

Das zum Hof gehörige Mini-Museum war dann auch recht interessant.

Dieser Käse ist schon ganz schön weit gereist, bis ins Weltall hat er es 2004 bis zur internationalen Raumstation ISS geschafft. Das älteste erhaltene Stück Milbenkäse, das die Besucher im Würchwitzer Mini-Museum bestaunen können, ist mehrere hundert Jahre alt - und natürlich ungenießbar. Sehenswert ist es allemal, was hier gezeigt wird, auch wenn die lebenden Käsemilben in den Kisten mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind.

Zu den Raritäten des Museums gehören auch die Käsemilben, die mit im Weltall waren, samt ihren winzigen Orden aus Blattgold stilecht auf einem kleinen roten Samtkissen drapiert. Oder das Käse-Mausoleum, das der Kaynaer Bildhauer Christian Späte aus echtem Marmor herstellte.

Nach diesem sehr interessanten und witzigen Besuch ging es dann wieder zurück zum Weingut, wo wir dann andere kulinarischen Freuden genossen.

Grit Triebe begrüßte uns nun noch einmal auf ihrem wunderschönen Hof und führte uns in die gemütliche Weinstube.

Grit Triebe und ihr Team hatten während unserem Besuch bei Humus schon alles für einen schönen entspannten Abend vorbereitet. Es gab eine Hausschlachteplatte mit allerlei leckeren Köstlichkeiten einer in der Nachbarschaft ansässigen Fleischerei, dazu wurde ganz frisches und ebenso schmackhaftes Brot gereicht. Aber viel wichtiger war, dass wir frei nach dem Motto der Triebes „Wein & Liebe sind edle Triebe” den ersten leckeren Wein des Abends probieren durften. Und wir wussten, da kommen noch mehr und freuten uns darüber schon jetzt so sehr!

Gemeinsam mit den Jungen Bechtis war ich bereits 2008 zu Gast bei Triebes, damals jedoch noch in Salsitz, wo sich auch heute noch der Weinberg befindet. Das neue Objekt ist mit genauso viel Liebe und Hingabe hergerichtet worden. Man fühlt sich auf Anhieb wohl. Nach der körperlichen Stärkung ging es dann auf Erkundungstour durch die neuen Gemäuer.

Frau Triebe erzählte uns in der derzeitigen Kelterhalle so einiges Interessantes. Auch eine Granate aus dem Zweiten Weltkrieg wurde bei den Umbauarbeiten „frei” geschaufelt und sorgte dabei für einiges Aufsehen. Verständlich!! Im Oktober diesen Jahres steht nun auch der Abschluss der nächsten Bauetappe an, was natürlich mit einer großen Eröffnungsparty gebührend gefeiert wird.

Nach unserem Rundgang ging es dann zurück in die Weinstube, wo wir nun noch 6 Weinsorten probieren durften, die Triebes auf ihrem Weinberg mit dem königlichen Namen „Salsitzer Englischen Garten” angebaut und selbst gekeltert haben. Und ich sage euch, die Weine waren alle königlich lecker. Mmh!!!

Mit ein paar lustigen Einlagen von Günther und einigen Anekdoten und lockeren Gesprächen ging der Abend wie im Flug vorbei und es war ruckzuck Zeit, nach Hause aufzubrechen. Schade, dass solche Abende schneller zu vergehen scheinen wie andere!!

Wir trugen uns dann als Erinnerung an unseren schönen Abend ins Gästebuch des Hauses ein. Grit freute sich sehr darüber, zeigte es ihr doch, dass wir uns in ihrem Räumlichkeiten sehr wohl gefühlt haben.

Zum Glück brauchten wir nach diesen herrlichen Genüssen nicht selber nach Hause zu fahren. Wohlweislich hatten unsere „Verantwortlichen” einen Taxidienst organisiert, so dass jeder von uns heil und wohlbehalten in seinen eigenen Gefilden ankam.

Ich möchte mich an dieser Stelle – sicher auch im Namen der anderen Anwesenden – ganz, ganz herzlich bei Günther, Petra und den anderen Organisatoren bedanken. Es war ein wunderschöner Nachmittag. Und eines weiß ich auch: Ingo ärgert sich grün und blau, dass er nicht dabei sein konnte, da er mit dem Lkw in England unterwegs war!! Bis zum nächsten Mal!!

Ivonne Rammel

 
 
Von draus vom Walde da komm ich her,

…ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!

Mit diesem allseits bekannten Spruch begrüßte uns auch in diesem Jahr der alte dicke Mann mit rotem Mantel und weißem, flauschigem Zottelbart.

Dieses Jahr traf sich die Selbsthilfegruppe Morbus Bechterew Zeitz am 10. des Monats Dezember in der versteckt gelegenen Gaststätte „Am Weinberg“ in Zeitz. Der alte Mann musste ganz sicher schon lange suchen, bis er uns endlich fand. Die Weihnachtslieder, welcher wir zu seiner Begrüßung gesungen haben, wiesen ihm dabei sicher den Weg.

Nur gut, dass wir uns vorher mit selbstgebackenen Keksen und leckerem Kaffee ein wenig gestärkt hatten!

Die Geschenke, die der liebe alte Mann in diesem Jahr mit Hilfe seiner beiden Elfen vorbereitet hatte und mit einem bezaubernden Engel an uns verteilte, waren mit sehr viel Liebe gesucht, gefunden und verpackt worden. Der ein oder andere von uns sagte sogar extra ein Gedicht auf. Nur singen wollte keiner von uns allein. Unsere Stimmen waren ein wenig eingerostet! Gemeinsam im Chor klang es dann nicht ganz so grausam und der Weihnachtsmann freute sich und hat versprochen, wenn wir weiter so lieb und nett wären, uns im nächsten Jahr wieder besuchen zu kommen.

Der alte Mann musste an diesem Tag leider genauso schnell gehen, wie er gekommen war. Viele Leute warteten schon sehnsüchtig auf ihn, so wie wir.

Ich find es toll, dass auch so mancher „Großer“ wenigstens in der Weihnachtszeit zum Kind wird und sich von Herzen freuen kann, auch wenn das vergangene Jahr nicht nur Freude bereit gehalten hatte. Jeden von uns plagen Sorgen; sei es die Krankheit Morbus Bechterew oder andere Sorgen, wie die Angst um Angehörige oder einfach nur um Job und Auskommen.

Trotzdem sind wir immer wieder gern zusammen, reden viel miteinander, tauschen uns aus, hören einfach nur zu und trösten sogar dann und wann.

Für mich ist diese Gruppe von Menschen zu einer Art Familienersatz geworden, sind doch meine Eltern und Schwiegereltern vor vielen Jahren schon verstorben.

Es tut gut, einfach nur mit jemandem zu reden, der ganz ähnliche Probleme zu wälzen hat, wie man selber. Gerade in der Weihnachtszeit, ist es – zumindest für mich – ganz wichtig, füreinander da zu sein. Wenn man manchmal auch nicht wirklich helfen oder Schmerzen nicht lindern kann. Aber wir sind füreinander immer da und hören zu.

Das gibt es in der heutigen stressgeplagten Zeit leider viel zu selten. Wer denkt schon an die älteren Nachbarn; wer hat Zeit, sie zu besuchen, um ihnen einfach nur Gesellschaft zu leisten? Die Zeit ist viel zu kostbar und vergeht so schnell! Wir sollten nie vergessen, dass wir nicht ewig auf dieser Erde weilen und die uns verbleibende Zeit aus diesem Grund weise und vor allem sinnvoll nutzen. Jedes Jahr um diese Zeit komme auch ich zum Nachdenken, grüble über das nun bald vergangene Jahr und frage mich, was ich ändern könnte, um ein wenig ruhiger leben zu können.

Man sollte sich einfach mehr Zeit für Freunde, Nachbarn und vor allem für die Familie nehmen! Sonst geht es uns vielleicht eines Tages wie den Menschen in der Geschichte „Stell dir vor, es ist Weihnachten und keiner geht hin!“, die uns Ingrid an diesem Abend vorgelesen hat. Der Weihnachtsmann geht da von Tür zu Tür (wie immer halt), aber keiner will ihn einlassen. Er muss sich Sprüche wie „Betteln und Hausieren verboten!“ oder „Wir kaufen nichts!“ anhören. Irgendwann wird er wütend und möchte alles hinwerfen. Aber ein kleines Mädchen, an dessen Tür er auch klopfte, öffnete nach einigem Zögern zaghaft die Tür und ließ den Alten ein. Am Ende verbrachten beide einen unvergesslichen Abend mit Spiel und Spaß.

Genauso sollte es immer mal wieder sein. Zusammensein und Spaß haben, nicht nur über Probleme grübeln, dass nehme zumindest ich mir auch für das nächste Jahr vor! Und ich weiß, meine Freunde von der DVMB Landesverband Sachsen-Anhalt e.V. sind immer für mich da! Und dafür möchte ich hier einfach nur mal DANKE sagen.

Es wurde an diesem Abend nicht nur gegessen. Das gehört sicher auch dazu. Aber nein, wir haben gesungen, gelacht und den Gedichten und Geschichten gelauscht, die vorgetragen wurden.

Dank der lieben Weihnachtswichteln, die diesen Tag mal wieder super vorbereitet haben, wurde es zu einer gelungenen Jahresabschlussveranstaltung.

Aber auch unseren Sponsoren, den Fördermitgliedern und allen fleißigen Helfern möchte ich für die tolle Arbeit und Hilfe in diesem Jahr danken. Besonderer Dank gilt unserem Fördermitglied Dr. Altmann, der uns mit seiner Anwesenheit überraschte, er ist von Anfang an, seit 2003 mit dabei. Wir hätten nicht so viel gemeinsam außerhalb unserer Therapie unternehmen können, wären sie nicht da. Es geht dabei nicht immer nur um Geld. Nein, allein die Organisation solcher Veranstaltungen fordert viel Einsatzbereitschaft und unermüdliche Helfer. So konnten wir in diesem Jahr wieder zum Spanferkelessen walken, unser Sommerfest auf eine ganz besondere Art gestalten, bowlen gehen. Auch Bad Schlema mit seinem radonhaltigen Wasser stand auf dem Plan und war wie beim letzten Mal eine Erholung für Körper und Seele.

Ich hoffe und wünsche mir, dass wir auch im nächsten Jahr oft zusammen kommen, um gemeinsam nach den schönen Seiten des Lebens zu suchen. Die Krankheit raubt oft genug fast die letzte Kraft, aber wir bieten ihr die Stirn und sagen uns, dass wir uns nicht unterkriegen lassen (wollen).

Text: Ivonne Rammel

Unsere Studien- und Entdeckungsreise im Thermalbad Wiesenbad vom 20. bis 22. Juli 2012

Unsere diesjährige Studienreise führte uns in einen kleinen Ort im Herzen des Erzgebirges, der in waldreicher Umgebung des schönen Zschopautales in 435 m Höhe gelegen ist: Das Thermalbad Wiesenbad.

In diesem malerischen Dörfchen befindet sich die Rehabilitationsklinik Miriquidi. Eigentlich ist die Klinik eine ziemlich große Anlage. Sie besteht aus dem Paracelsushaus, dem Arnoldhaus, dem Badehaus, dem Kurmittelhaus, dem Sophienhaus, dem Strümpelhaus und dem Brunnenhaus. Zum Gelände gehören auch noch der Kurpark mit Galerie, Shops, Kräuterkochstudio, Kurparkhalle, Kräuterladen und dem Kräuterrestaurant „Am Kräutergarten“. Zum Relaxen laden aber auch die Festwiese, die Klanginsel, die Bühne, der Bewegungsparcours, das Troparium und der Thermal-Kräutergarten ein.

Die erste der vier Thermalquelle (die Hiobsquelle) wurde bereits im Jahr 1501 gefunden und später kamen dann die Georgsquelle, die Friedensquelle und die Hoffnungsquelle dazu.

Das aus den Quellen gewonnene Thermalwasser wird hier in Verbindung mit der heilenden Wirkung regionaltypischer Kräuter im Gesundheitszentrum Miriquidi mit Kurklinik, Thermalbad, Thermal-Heilkräuter-Zentrum, Wandelhalle und Kurmittelhaus verwendet.

Wir reisten dieses Jahr aus organisatorischen Gründen alle einzeln an und wollten uns gegen 14:30 Uhr treffen. Da Ingo (mein Mann) und ich bereits nach 13:00 Uhr ankamen, erkundeten wir ein klein wenig den Ort auf der Suche nach einem kleinen gemütlichen Restaurant, in welchem wir zu Mittag essen konnten und kehrten daher im Gasthaus Wettin ein. Das Ambiente und auch der gute Service hießen uns auf herzlichste Willkommen und stimmten uns auf ein ruhiges, besinnliches Wochenende ein.

Nach dem Essen stiefelten wir glücklich und zufrieden in die Kurklinik Miriquidi zurück und bezogen unser Zimmer. Der Name Miriqidi bedeutet übrigens Dunkelwald. Obwohl, so dunkel kam uns dieser nun wirklich nicht vor.

16:00 Uhr sollte es dann in der sogenannten Wandelhalle mit einer Begrüßung incl. Thermalwasserausschank und einer kleinen Führung durch die Klinikanlage mit ihrem bezaubernden Kurpark losgehen. Bei unserer Führung gelangten wir in die verschiedensten Klinikbereiche. Das ein oder andere würden wir in den nächsten Stundenbzw. Tagen nch näher erkunden und testen können. Der Wellnessbereich mit seinen Zedernholzwannen gehörte leider nicht zu unserem Therapieprogramm an diesem Wochenende.

Nach unserer Führung war es dann Zeit, dass Gelände bis zum Abendessen selber zu erkunden. Dabei konnten wir uns auf die Freunde unter uns verlassen, die hier in diesen Räumlichkeiten bereits die ein oder andere Kur verlebt haben. Dabei kam so manche Geschichte aus der jüngsten Vergangenheit der Anlage zur Sprache. Um den Abend so richtig gemütlich ausklingen zu lassen, fielen wir in fast vollständiger Mannschaft (also mit etwa 15 Leuten) ins Cafe Sophie ein. Dieses hatte uns auf unserer Entdeckungstour bereits mit seinen bestimmt hundert Kaffeekannen in den Bann geschlagen. Hier musste man sich einfach nur wohlfühlen!

So fand der erste Abend einen besinnlichen Abschluss und es konnte eine ruhige erholsame Nacht folgen.

Nach unserem gemeinsamen Frühstück versammelten wir uns sportlich gekleidet, um gemeinsam die Physiotherapeutin im Bereich der Trockengymnastik in Beschlag zu nehmen. Sie brachte uns mit ihren Übungen ganz schön ins Schwitzen. Aber trotzdem blieb noch genug Zeit und Luft, um herzlich über uns und unsere Qualitäten zu lachen. Oh Mann, bin ich eingerostet…

Nur gut, dass wir uns nach dieser anstrengenden Tätigkeit in wohlig warme, unter Wasserdampf erhitzte Schaffwolldecken einpacken lassen und vor uns hin träumen konnten. Diese Behandlung nennt sich Kenny-Packung und ist die Spezialität des Hauses benannt nach Sister Kenny. Sie geht auf die australische Krankenschwester Kenny zurück, die die Schafwolldecken bei der Behandlung von Kinderlähmung einsetzte. Die erste Kenny-Packung wurde in Wiesenbad schon in den 1970er-Jahren verordnet, ebenfalls zur Behandlung von Kinderlähmung. Heute werden verschiedene rheumatische Erkrankungen und auch Arthrose mit der Kenny-Packung therapiert. Und genau das spürten wir dann auch. Als ich aus meinen Träumen geweckt wurde, fühlte ich mich nicht nur erholt. Nein, ich hatte das Gefühl, dass sich auch meine Verspannungen aufgrund der Büroarbeit ein wenig gelöst hatten. Gut, könnte auch Einbildung gewesen sein. Aber man sagt ja nicht umsonst, dass der Glaube Berge versetzen kann.

Nach diesem äußerst gemütlichen Teil wollten wir uns nun bei einem 3-Gänge-Kräutermenü im Kurparkrestaurant „Am Kräutergarten“ verwöhnen lassen. Zuerst beschnupperten wir aber noch das Kräuterkochstudio und auch den kleinen, lieblichen Kräuterladen, in welchem wir die ein oder andere Leckerei für zu Hause mitnehmen konnten. Unser Menü im Restaurant war für mich eine richtige Entdeckungsreise. Es gab Wildkräutersalat oder ein Kerbelrahmsüppchen als Vorspeise. Dann folgte entweder ein FISCH auf Zuccini-Nudeln oder Geflügelspieße mit Kartoffelhaube an Letscho. Zum Nachtisch gab es Limonencreme an Granatapfel und Orangen-Thymian-Sauce

Nach diesem leckeren Mittagsmahl mussten wir uns aber schleunigst wieder in die Kuranlage begeben. Es war keine Zeit, da wir bereits um 14:30 Uhr zu einem Vortrag über die Kur- und Rehaklinik erwartet wurden. Unsere Referentin nahm uns diesen kleinen Faupaux jedoch (zum Glück) nicht weiter übel und zog uns mit ihren Ausführungen über die Geschichte und Entwicklung dieses Ressorts in den Bann. Die Zeit verging auch hier viel zu schnell. Sicher hätte sie uns noch viel mehr erzählen können. Naja, wir können ja nochmal hinfahren und dann eine Fortsetzung verlangen…

Nach dem Vortrag gönnten sich einige von uns ein Verdauungsschläfchen, einige begaben sich auf Entdeckungsreise in den nahegelegenen Kurpark mit der Klanginsel und einem Bewegungsparcours und der Rest fand sich gleich in der zur Kinik gehörenden Therme Miriquidi ein. In der ausgesprochen schön gestalteten großen Halle der Therme befinden sich drei Becken: Bewegungsbecken mit 31°C Wassertemperatur, Therapiebecken mit 35 °C und ein Strömungsbecken mit 35°C. Außerdem gibt es ein großes Freibecken im Außenbereich mit 33 °C.

Das hier verwendete Thermalwasser ist das natürliche Heilmittel von Thermalbad Wiesenbad - es ist flourid- und kohlensäurehaltig und soll einen entspannenden und entzündungshemmenden Effekt haben. Dies können wir nur voll bestätigen.

Sogenannte Badeattraktionen sind Sprudelliegebänke, Nackenduschen, Bodensprudler, Massage- und Strömungsdüsen. Die zahlreichen Unterwasserscheinwerfer verleihen der Therme besonders nach Sonnenuntergang ein reizvolles geheimnisvolles Flair.

Die Sauna bietet eine Dampfgrotte und eine "normale" Aufgusssauna. Dieser Bereich ist für sich genommen nichts besonders Aufregendes, stellt aber eine willkommene und sinnvolle Ergänzung zum eigentlichen Bad dar.

Da das Abendessen rief, durften wir uns hier momentan nicht zu lange aufhalten. Wir beschlossen jedoch dieses erholsame Fleckchen spätestens am nächsten Morgen vor unserer Heimreise nochmals aufzusuchen!!

Nach dem Essen spazierten wir alle gemeinsam in das oben erwähnte Gasthaus Wettin und genossen den Abend mit verschiedensten Spielen und hatten dabei einen Riesenspaß.

Tja und nach diesem Abend folgte wie immer eine Nacht und dann stand schon der Morgen des Abschiedes vor der Tür.

Einige genossen nochmals die Therme und der Rest nutzte den Tag für einen kurzen Ausflug in die Tschechei bevor sich dann alle auf den Weg Richtung Heimat machten.

Es war ein sehr ereignisreiches und auch überaus erholsames Wochenende und ich möchte mich im Namen aller Mitstreiter bei unseren Organisatoren bedanken, ganz besonders bei unserer Viola.

Ivonne Rammel

 
 
Vortrag von Dr. B. Goedeke über rheumatische Erkrankungen und Schmerzen

Interessierte Bürger aus Zeitz und Umgebung kamen im Friedenssaal des Zeitzer Rathauses auf Einladung der Selbsthilfegruppe Morbus Bechterew und der Selbsthilfekontaktstelle des Burgenlandkreises zu einem Vortrag über Methoden der Schmerzbekämpfung zusammen

Am 08.10.2012 um 15:00 Uhr hielt Frau Dr. Bärbel Goedecke im Friedenssaal des Zeitzer Rathauses einen Vortrag zum Thema „Schmerzen – Möglichkeiten der Therapie“. Eingeladen hatte die Zeitzer Selbsthilfegruppe der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew (DVMB) gemeinsam mit der Selbsthilfekontaktstelle Burgenlandkreis in Zeitz. Untern den etwa 50 Gästen befanden sich nicht nur Mitglieder verschiedener Selbsthilfegruppen sondern auch Betroffene, die der Schmerz als ständiger Begleiter ebenfalls seit Längerem, meist sogar seit vielen Jahren im Griff hat.

In ihrem Vortrag machte Fr. Dr. Goedeke deutlich, dass Schmerzen eigentlich etwas Positives sind. Weisen sie uns doch darauf hin, dass mit unserem Körper irgendetwas nicht in Ordnung ist. Sie fördern sogar die Heilung des „Schadens“ durch eine entsprechende Schonhaltung, die wir – oft auch unbewusst - einnehmen. So ist der Schmerz eigentlich überlebenswichtig, würden doch schwerste Verletzungen oder gar eine unentdeckte Blinddarmentzündung durchaus auch heute noch zum Tod führen.

Andererseits jedoch – so stellte die Referentin heraus – kann chronischer Schmerz auch Leben zerstören bzw. auch jeden Fall die Lebensqualität drastisch verringern. Er kann unser Denken, Handeln und Fühlen bestimmen, kann uns das Lachen und die Hoffnung nehmen. Dadurch macht er hilflos uns einsam, drängt uns immer mehr in die Isolation. „Von einen chronischen Schmerz spricht man“, so Frau Dr. Goedeke, „wenn dieser länger als 3 Monate anhält und binnen Jahresfrist mehrmals wieder auftreten.“ Die ist sehr deutlich bei Rückenerkrankungen zu sehen. Durch den ständigen Schmerz wird eine Schonhaltung eingenommen. Durch diese Haltung entsteht eine Fehlbelastung im Körper und der Schmerz wird stärker. Der Betroffene gerät dadurch in einen Teufelskreis, aus dem er allein oft nicht mehr rausfinden kann.

Und so lautet wohl der sehnlichste Wunsch aller Betroffenen: „Oh Schmerz lass nach“. Doch niemand muss Schmerzen aushalten. Mit der richtigen, individuell auf den Patienten abgestimmten, Schmerztherapie lassen sich heute auch starke Schmerzen lindern. Dies zeigte die Ärztin in den folgenden Stunden auf.

Als wichtigste Therapieform stellte sie die aktive Bewegungstherapie voran. Dabei sind Sportarten wie das Wandern, Schwimmen, Joggen, Nordic Walking aber auch beispielsweise die Feldenkrais-Methode geeignet. Bei der Feldenkrais-Methode stehen die täglichen Bewegungsmuster des Alltags eines Menschen im Vordergrund. Es werden Möglichkeiten aufgezeigt, diese entsprechend den körperlichen Möglichkeiten zu variieren. Ziel ist es dabei, die Bewegungsmuster so anzupassen, dass am Ende weniger Schmerzen auftreten.

Bei all diesen Bewegungsmethoden ist jedoch am aller Wichtigsten, dass Erschütterungen der Wirbelsäule vermieden werden sollten.

Als Zweites stellt die passive physikalische Therapie in Form von Bestrahlung (Lichttherapie), Elektrotherapie, Lymphdrainage und verschiedenster Massagearten dar. Die Behandlung mit Zitteraalen, welche bereits 47 vor Christus durchgeführt wurde, lässt sich mit der heutigen TENS-Behandlung vergleichen. Nur ist die heutige Methode weniger gefährlich. Als Massageform ist auch die Fußreflexzonenmassage erwähnenswert, da sie dem Betroffenen eine weitere Möglichkeit der Problemerkennung an die Hand gibt. Auch Wickel aus Kohlblättern oder Zwiebeln wirken schmerzlindernd.

Natürlich spielt die medikamentöse Therapie eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Behandlung von Schmerzen. Heute sind die Reihe der Schmerzmittel vielfältig und man sollte nicht erst abwarten, bis die Schmerzen unerträglich werden, sondern frühzeitig zu einem entsprechenden Medikament greifen. Die Kombination von Medikamenten mit der Bewegungs- und der physikalischen Therapie kann vielleicht nicht zu einer Heilung, sehr oft jedoch zu einer enormen Linderung verhelfen.

Auch die alternativen Behandlungsformen wie Akupressur, Akupunktur und die Neuraltherapie sollten als Therapieform ins Auge gefasst werden. Selbst eine Ernährungsumstellung oder Entspannungsübungen (Autogenes Training, Pilates, QiGong u.ä.) könnten hilfreich sein. Zu den neueren Behandlungsformen zählen Medi-Taping, Triggerpunkttherapie, Kohlensäuretherapie oder auch die Procein-Basen-Infusion.

Das Medi-Taping ist die spezifische Art des Tapens, welche eine stimulierende Wirkung auf Muskelpartien, Gelenke, Lymph-, Nerven- und Meridiansysteme erzielt und so den körpereigenen Heilungsprozess beschleunigt.

Die Triggerpunkttherapie hat dagegen als Ziel die Beseitigung sogenannter „myofaszialer Triggerpunkte“. Das sind lokal begrenzte Verhärtungen in der Skelettmuskulatur, die lokal druckempfindlich sind und von denen übertragene Schmerzen ausgehen können.

Aufgrund der interessanten und „menschlichen“ Art, welche Frau Goedeke bei ihren Vorträgen an den Tag legt, verging die Zeit wie im Flug. Ohne großartig Fremdwörter zu verwenden, schafft sie es, die Zuhörer in ihren Bann zu schlagen. Alle waren erstaunt, dass die angesetzten 2 Stunden wie im Flug vergangen waren. Die Referentin stand nach ihrem Vortrag allen noch zu einer interessanten Frage- und Diskussionsrunde zur Verfügung. Man kann nur hoffen, dass die Selbsthilfekontaktstelle, trotz der ungemein knappen finanziellen Mittel, derartig interessante Vorträge noch des Öfteren ins Leben rufen wird.

Die Mitglieder der Selbsthilfegruppe der DVMB übrigens haben ihre ganz eigene Art und Weise gefunden, mit Schmerzen und allem, was damit zusammenhängt, umzugehen. Funktionstraining in Form von Wasser- und Trockengymnastik in der Gruppe gehören seit fast 10 Jahren zum wöchentlichen Programm. Sie sind nicht nur wichtig für die Erhaltung des derzeitigen Versteifungsgrades, sondern fördern auch die Beweglichkeit und Agilität. Führt doch ihr Freund der Bechterew bei vielen zur Versteifung der Wirbelsäule und beeinträchtigt dadurch die Bewegungsmöglichkeiten. Der amtierende Gruppensprecher betont immer wieder, dass die Gruppe nicht nur den Mitgliedern, sondern auch den Angehörigen ein Halt und Stütze, ja sogar erster Anlaufpunkt bei Fragen rund um ihre Behinderung und die damit verbundenen Schwierigkeiten ist. „Man trifft sich jedoch nicht nur zur Gymnastik“, so betont Holluba. „Nein, auch der alljährliche Nordic-Walking-Tag zum Spanferkelessen, die Weihnachtsfeier oder mehrfach stattfindende Ausflüge oder andere Treffen sind wichtiger Bestandteil unseres Gruppenlebens. Wir finden Zeit füreinander, tauschen uns dabei nicht nur über unsere Krankheit aus.“ Natürlich sind neue Mitglieder oder auch Fördermitglieder jederzeit willkommen!

Text: Ivonne Rammel

 
 
Jubiläumsveranstaltung zum 10jährigen Bestehen der SHG Morbus Bechterew Zeitz

Am 31. März 2003 trafen sich in der Selbsthilfekontaktstelle Am Kalktor in Zeitz sieben Zeitzer zu einer Informationsveranstaltung über Morbus Bechterew. Das dies auch das Gründungsdatum der Zeitzer Selbsthilfegruppe sein würde, war schnell abzusehen. 10 Jahre ist dies nun schon her. Wo ist die Zeit hin?? Die damaligen Gründungsmitglieder (Hans und Klaus Berger, Inge Zacharias, Rainer Freyer, Günther Holluba und Petra Reigber) sind heute noch zum großen Teil in unserer Gruppe vertreten und halten das Gruppenleben durch ihre aktive Mitarbeit immer noch am Laufen.

Aus Anlass unseres großen Jubiläums gönnten wir uns eine ganz besondere Studien-und Entdeckungsreise. Wir wollten vom 26. bis 29. April 2013 mit 2 Kleinbussen, welche wir von der MIBRAG und den Stadtwerken Zeitz gesponsert bekommen haben, mit 17 Leuten nach Bärenfelsreisen. Bevor wir jedoch auf große Fahrt gingen, hieß es endgültig Abschied von unserem lieben Weggefährten Rainer Freyer zu nehmen. Rainer war am 01.03.2013 verstorben und sollte an diesem Tag seine letzte Ruhestätte auf dem Zeitzer Michaelisfriedhof finden. Es war für uns selbstverständlich, dass wir ihn und seine Frau auch auf diesem letzten Weg begleiten würden. Nach der Beisetzung ging es mit ein wenig gedrückter Laune los Richtung Erzgebirge. Rainer hätte auf keinen Fall gewollt, dass wir traurig wären oder gar die Reise absagen würden. Unsere Sponsoren Gerda und Mario Gierl und Hans Schöbel fuhren uns sicher zu unserem Ziel. Der Kurort Bärenfels ist übrigens ein Ortsteil der sächsischen Bergstadt Altenberg inmitten einer herrlichen Mittelgebirgslandschaft eingebettet in den Wald im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Dort angekommen wurden wir herzlich empfangen und bezogen als Erstes unsere Zimmer. Der Ausblick aus unserem Zimmer war atemberaubend. Die Sonne schien und das Wochenende konnte damit beginnen. Nach ein wenig Erholung fanden wir uns zum Abendessen ein und endlich traf auch unser zweites Gästepaar ein, der Landesvorsitzende unseres Vereines Klaus Siebenbrodt mit Lebensgefährtin. Es gab ein herzliches Hallo und man stellte entsetzt fest, dass der letzte Zimmerschlüssel fehlte. Naja, nicht ganz so wild: Es gab eine super bequeme Couch auf dem Flur. *grins*. Nein, am Ende durften die beiden dann doch ihr Zimmer beziehen. Wozu gibt es denn Ersatzschlüssel?? Aufgrund des Wetters verzogen wir uns bald nach draußen auf die Terrasse und genossen die wärmenden Sonnenstrahlen bis in den späten Abend hinein. Natürlich mussten wir uns irgendwann mit Jacken und Decken versorgen. So heiß, war die Sonne leider doch noch nicht.

Der nächste Morgen stellte nun das erste richtige Highlight an diesem Wochenende dar. Wir fuhren nach dem Frühstück wegen etwas schlechterem Wetter (aber vor allem wegen dem blöden Nebel) nicht in den Tierpark sondern ins Besucherbergwerk „Vereinigt Zwitterfeld zu Zinnwald“. Unser Obersteiger begüßte uns mit dem Bergarbeitergruß „Glück auf“ Dies bedeutet auch heute noch: „Glück tue die Gänge auf und schenke uns gute Erzfunde.“

Bei unserem Ausflug in die Tiefen des Besucherbergwerkes erlebten wir die erd- u Bergbaugeschichte des Osterzgebirges hautnah. Der Stollen, in welchen wir einfuhren, war der Tiefe Bünau Stolln, welcher 1686 aufgetan wurde. Es war ein weit verzweigtes Bergwerk und die Temperatur betrug zwischen 8 und 10 Grad Celsius. Allein hätten wir uns sicher nicht durch die etwa 3 km langen, niedrigen und engen Gänge zurecht gefunden. So manches Mal mussten wir in gebückter Haltung gehen und stießen uns deshalb dann und wann den Kopf. Das Gehen in dieser Zwangshaltung war für manchen Bechti unter uns eine ganz schöne Strapaze. Aber wir hatten es ja so gewollt. Immerhin erhielten wir zu Beginn der 90 minütigen Führung jeder ein eigenes Grubenlicht, welches unter den Bergleuten Geleucht genannt wird, und waren dann unterwegs zeitweise wegen fehlender elektrischer Beleuchtung froh, dass wir unsere Leuchtwürmchen hatten.

In diesem Bergwerk wurden Zinnerz, Wolfram und Lithiumglimmer zumeist in Handarbeit abgebaut. Die Flöze sieht man auch heute noch an einigen Stellen ganz deutlich. In den Tiefen des Berges gibt es sogar riesige Höhlen (z.B. die Reichtroster Weitung mit Bergsee). Außerdem kann man hier unten sogar richtig gut feiern. Wir mussten den großen Raum leider schnell verlassen, da an diesem Tag tatsächlich eine Festivität anstand. Naja, aber da wir auch noch das Nachbarland kennenlernen wollten, marschierten wir weiter (natürlich unterirdisch) Richtung tschechischer Staatsgrenze. An dieser Stelle stehen Tafeln, die auf die Grenze hinweisen. Wir hätten ohne Weiteres dort hinüber gehen können. Leider ist der Stollen aber nicht mehr begehbar. Schade!! Wir machten uns dann auf den 3 km langen Rückweg und ich verlor mal wieder total die Orientierung. Nur gut, dass wir eine ganze Menge Leute waren, die alle schön im Gänsemarsch hintereinander her liefen.

Wieder oben angekommen, hatte sich das Wetter leider nicht wirklich verbessert. Es war immer noch total neblig und es nieselte nun auch noch. Soo ein Mist! Auf dem Weg zu unserer nächsten Station versuchten wir bei diesem recht dichten Nebel eine Gaststätte zu finden, in welcher wir einkehren und uns stärken konnten. Unsere Suche blieb leider erfolglos uns so gönnten wir uns eine leckeres Stück Kuchen und eine schöne, heiße Tasse Kaffee von der Bäckerei Bärenhecke. Vor der Tür des Nettomarktes, in welchem der Backshop war, fanden wir nun auch die ersten Regenschlangen. Das hieße also, das es weiter regnen würde. Was solls, wir ließen uns die Laune doch nicht vom Wetter verderben!

Am Nachmittag stand dann eine Kremserfahrt Richtung Kahlebergbaude in 905 m Höhe mit Reinhard Höhnel auf dem Plan. Aber leider war die Sicht aufgrund des tollen Nebels nicht wirklich toll. Auf der insgesamt 2stündigen Fahrt hatten wir aber trotz allem unseren Spaß, sangen Volkslieder (die habe ich zuletzt in meiner Jugendzeit gesungen!!) und der ein oder andere hielt sogar ein kleines Mittagsschläfchen.

Im Hotel angekommen nutzen wir die Zwischenzeit, um die hauseigene Sauna zu testen und uns ein wenig auszuruhen. Am Abend fand dann ein kleiner, aber feiner Festakt statt, an welchem wir unseren Mitgliedern und vor allem aber Freunden für Ihre Arbeit dankten und zeichneten Inge, Klaus, Günther, Viola und Petra mit einem Präsent und einem Blumensträußchen aus. Damit sichern wir uns hoffentlich weiterhin ihre Mitarbeit bei vielerlei Sachen wie der Verwaltung der Finanzen, der Gruppenführung oder der Organisation der Therapien und derartiger Veranstaltungen. Wolfgang fasste dann die schönsten Momente unseres 10jährigen Bestehens zur Krönung dann auch noch in einer Präsentation zusammen. Wir schwelgten in Erinnerungen und so manches, bereits Versessene kehrte wieder in unser Bewusstsein zurück und wir versprachen uns einmündig, auch weiterhin so eine dufte Truppe bleiben zu wollen, in welcher sich jeder auf jeden verlassen kann und immer jemand da ist, mit wem man einfach nur reden und sein Herz ausschütten kann. Auch an diesem Abend wurde es recht spät. War ja nicht anders zu erwarten.

Am nächsten Morgen ging es nach einem ausgiebigen Frühstück in die Badelandschaft Raupennest in Altenberg. Hier erwarteten uns insgesamt 8 verschiedene Becken, die wir alle (bis auf das Kinderbecken) ausprobierten. Die Wassertemperatur lag dabei bei kalten und 27 und super tollen 36 Grad Celsius. Einige von uns nutzen auch hier die Saunalandschaft aus und besuchten uns dann später in den Wasserbecken, um sich ein wenig abzukühlen. Wir testeten die verschiedenen Becken aus. Es gab da ein Schwimm- und Gymnastikbecken, ein Therapiebecken, ein Massage-, Sitz- und Liegebecken, Luftmassagebecken, einen Medizinisches Strömungskanal. Das Außenbecken war mir zu kalt, aber Heißwhirlpool entsprach genau meiner Badetemperatur. Die Zeit verging mal wieder wie im Flug und es wurde Zeit, das Bad wieder zu verlassen.

Wieder zurück im Hotel beschlossen wir kurzer Hand, die Gegend unsicher zu machen und den kleinen Ort endlich zu erkunden. Bärenfels ist ein kleines, verträumtes Dörfchen und hat einen wunderschönen Kurpark und viele andere kleine Highlights. So entdeckten wir das Meißner Porzellanglockenspiel. Täglich erklingen hier durch 25 Glocken aus Meißner Porzellan erzgebirgische Heimatlieder, Volkslieder und zur Weihnachtszeit entsprechende Winterlieder. Wir nutzten die Gunst der Stunde und die des Wettergottes und genossen die sauberen Klänge der Glöckchen. Danach eroberten wir das Eiscafe Sator und wurde unter anderem vom Brennendes Venedig, Wurzelpeter, Cristalberry und Süßen Traum verführt.

Am Abend hatte unsere Petra als kleine Überraschung ein Spiel vorbereitet. Wir würfelten um die Wette und schlugen uns um Preise wie Eierbecher, Klobürsten, Windräder und lauter solche Sachen. Gegen 20 Uhr stand uns ein weiteres Highlight bevor. Der Abend gehörte ab diesem Zeitraum Jürgen Schramm und seinem Partner Kai. Sie hatten die verschiedensten Gäste „eingeladen“. So war bspw aus „Bauer sucht Frau“ der Sepp mit seiner Flamme Annemarie dabei. Aber auch das liebe Baby Felix und sogar Rotkäppchen ließen sich blicken. Der eigentliche Höhepunkt war jedoch das aus 27 Bronzeguss-Glocken in Form eines Weihnachtsbaumes bestehende Glockenspiel, auf welchem Lieder der Volksmusik und des Schlagers zu neuem Leben erwachten. Beim Lied „Glück auf! Der Steiger kommt“ standen dann alle auf und sangen kräftig mit. Mir lief es eiskalt den Rücken hinunter, so schön klangen die Glocken. Es ist bestimmt nicht einfach, jeder der verschiedenen Glocken den richtigen Ton zu entlocken. Schade, dass die Vorstellung nur ca eine Stunde dauerte!! Aber vielleicht ergibt sich ja irgendwann noch einmal die Möglichkeit für ein derartiges Konzert! Auf jeden Fall eine tolle Idee!

Am nächsten Morgen war nun die Zeit des Abschieds gekommen und wir mussten schweren Herzens unsere Koffer in die Kleinbusse verpacken und dann ging es auch schon nach Hause.

Ich möchte mich hier ganz, ganz herzlich für die perfekte Organisation des Wochenendes bei Viola bedanken. Auch unseren Sponsoren der MIBRAG, dem Autohaus Baumann und den Stadtwerken sowie Dr. Ulf Altmann und Fam. Mario Gierl für die finanzielle Unterstützung in all der Zeit danken. Ohne unsere Sponsoren wäre die Arbeit unserer Selbsthilfegruppe fast nicht mehr möglich, da sowohl die Krankenkassen als auch die anderen öffentlichen Geldgeber ihre Förderungen drastisch nach unten gefahren bzw ganz eingestellt haben.

Text: Ivonne Rammel

Neujahrsempfang vom Landrat des Burgenlandkreises Götz Ulrich am 09.01.2015 in der Rotkäppchen-Mumm-Sektkellerei Freyburg

Rund 900 Gäste waren geladen, darunter Vertreter aus Politik (unter anderem der Ministerpräsiden von Sachsen-Anhalt Dr. Rainer Haseloff) und Wirtschaft aber auch Mitglieder aus verschiedenen Selbsthilfegruppen unseres Landkreises. Auch von unseren Selbsthilfegruppen Weißenfels und Zeitz waren 4 Mitglieder (Günther Holluba, Andreas Peter, Petra Reigber und Ivonne Rammel) zu diesem Empfang eingeladen worden.

Für unseren Landrat war es selber der erste Neujahrsempfang, welchen er selber zu verantworten hat, denn er ist ja erst im letzten Jahr zum Landrat gewählt worden. Die Frage „Ob er denn an diesem Neujahrsempfang, der ja nun bereits zum 14. Mal stattfand, festhalten wolle“ hat er aus tiefstem Herzen mit „Ja“ beantwortet, ist es doch für ihn eine sehr schöne Möglichkeit, auch mal „Danke!“ zu sagen und auch weil er wusste, dass viele Unterstützer und auch Helfer bereitstanden, um den Empfang wieder zum wichtigen gesellschaftlichen Ereignis im Süden Sachsen-Anhaltes werden zu lassen. Zum guten Gelingen trugen so z.B. nicht nur die Musikschule Burgenlandkreis sondern vor allem zahlreiche Unternehmen der Region mit ihren Produkten und Dienstleistungen bei.

Dass dieser Empfang ein wichtiges gesellschaftliches Ereignis ist, erkannten selbst wir daran, dass zahlreiche Vertreter unserer Landesregierung anwesend waren, unter anderem unser Ministerpräsident Dr. Rainer Haseloff, welcher dann in seinem Grusswort auch die wirtschaftliche Entwicklung unserer Region zu würdigen wusste. Außerdem waren auch verschiedene Oberbürgermeister und Landräte aus benachbarten und befreundeten Landkreisen und unser „alter“ Landrat Harri Reiche anwesend.

Götz Ulrich will den jährlichen Neujahrsempfang in Zukunft dafür nutzen, um ein soziales oder kulturelles Thema für das kommende Jahr in den Vordergrund zu stellen. In diesem Jahr war der Empfang unserer Arbeit in den Selbsthilfegruppen gewidmet. Er rief in seiner Rede auf, den 96 Selbsthilfegruppen unseres Landkreises auch finanziell tatkräftig unter die Arme zu greifen und dafür möchten wir uns ganz herzlich bei ihm bedanken. Ist es doch für unsere Arbeit jedes Jahr auf Neue eine große Herausforderung, die benötigten Gelder für unsere Therapien und andere Gruppenangeboten zu „organisieren“. Und da die Mittel von den Krankenkassen (beispielsweise) immer spärlicher fließen, wird diese Aufgabe für uns auch immer schwieriger.

Um unsere Arbeit und unsere Selbsthilfeorganisation, die DVMB, vorzustellen, waren unsere Gruppensprecher Andreas Peter (Gruppe Weißenfels) und Günther Holluba (Gruppe Zeitz) gebeten worden, ein paar Worte zu sagen. Dies übernahm – ohne lange zu überlegen – Günther Holluba. Doch eine Rede von 2 Minuten auszuarbeiten, fiel ihm – wie er selbst sagte – sehr schwer. Gibt es doch so vieles, was man über unseren gemeinsamen Freund – den Herrn Bechterew – sagen und erzählen kann. Aber auch unsere ehrenamtliche Arbeit sollte ja nicht zu kurz kommen. Günther hat es geschafft, das ganze auf den Punkt zu bringen und in mehreren Gesprächen am ganzen Abend wurde uns mehrfach bestätigt, dass seine Rede die prägnanteste war! Na Hut ab, ich hätte das nie hinbekommen. Ich hätte mich schon nicht freiwillig auf die Bühne gestellt…

Aber unser Landrat hat in diesem Jahr noch viel mehr geplant: Erarbeitung einer Schulentwicklungsplanung, die Anerkennung des Naumburger Doms zum Welterbe usw. Da hat er sich ganz schön viel vorgenommen. Aber ich denke, wenn er immer so viele Unterstützer – wie an diesem Abend – hat, wird im sicher vieles davon auch gelingen, wenn auch nicht alles gleich auf einmal!

Während des Empfangs wurde übrigen zum dritten Mal der Unternehmerpreis des Burgenlandkreises verliehen. Mit dem Preis werden neben der wirtschaftlichen Leistung eines Betriebes aus der Saale-Unstrut-Elster-Region auch dessen soziales Engagement gewürdigt. In diesem Jahr wurden Ursula und Wolfgang Dietrich, die Inhaber des Familienunternehmens Argenta Weißenfels, geehrt. In den letzten zehn Jahren haben sie rund 14 Millionen Euro in die Schokoladenfabrik investiert; jährlich gelangen acht Millionen Schokoladentafeln und Pralinenschachteln mit dem Weißenfelser Logo in den Verkauf. Wer hätte gedacht, dass diese doch so unscheinbare Schokoladenfabrik so einen Weltruf hat? Ich bisher nicht. So kann man sich täuschen! Gratulation an die Inhaber und auch an die Mitarbeiter des Unternehmens, denn auch sie tragen zum Erfolg eines Unternehmens bei.

Alles in allem war es ein sehr gelungener Abend, der nicht nur durch die tänzerischen und musikalischen Darbietungen der Musikschule Burgenlandkreis abgerundet wurde. Ich würde mich sehr freuen, irgendwann mal wieder teilnehmen zu dürfen.

Text: Ivonne Rammel

 
Top