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20 Jahre MB-Gruppe Dessau

Am 02. April 1990 gründeten 12 Betroffene die SHG Morbus-Bechterew in Dessau. Dies ist nun schon 20 Jahre her. Deshalb möchte ich kurz auf die Entstehung und auf die Entwicklung der Gruppe zurückblicken.

Bereits in den 70er Jahren meldete sich bei mir der Morbus-Bechterew. Aber bis zu einer exakten Diagnose dauerte es noch einige Jahre. Da die Krankheit in der DDR noch nicht sehr bekannt war, wollte ich mehr wissen und mich mit anderen Leidensgenossen austauschen. Dies war allerdings damals nicht möglich.
Unmittelbar nach der Wende sah ich am 07. Dezember im Gesundheitsmagazin „Praxis” des ZDF eine Sendung zum Thema „Selbsthilfegruppen”. Interessiert verfolgte ich diesen Beitrag. Dies war endlich die Gelegenheit, mehr über meine Krankheit zu erfahren. Für weitere Informationen schrieb ich umgehend an den Redakteur dieser Sendung, Herrn Dr. Mohl.
Mit dem Gedanken selbst eine SHG zu gründen, hatte ich mich bis dahin noch nicht auseinandergesetzt.

Bereits kurze Zeit später, Anfang Januar, erhielt ich Antwort mit Adressen von SGH in Düsseldorf und Schweinfurt. Ich schrieb an beide Adressen und erhielt den Hinweis auf die Geschäftsstelle der DVMB in Schweinfurt.
Auf diese Weise bekam ich Verbindung mit Herrn Hümmer, der vor 30 Jahren die DVMB gegründet hat. Der Schriftwechsel mit ihm führte schließlich zu einem freundschaftlichen Kontakt zwischen den Familien, der auch heute noch besteht. Leider ist Herr Hümmer sehr krank und konnte deshalb nicht zu unserer Feier zum 20-jährigen Bestehen kommen.
Er versuchte damals, in jedem seiner Briefe mich zu animieren, in Dessau eine SGH zu gründen. Es gab einen regen Schriftwechsel, der mich letztlich überzeugte, in Dessau eine Gruppe aufzubauen.

Nach einem Aufruf in der „Freiheit” meldeten sich 12 Mitstreiter. Es kam zu einem ersten Treffen. Am 02. April 1990 gründeten wir die Dessauer Selbsthilfegruppe Morbus-Bechterew.
Anfangs trafen wir uns regelmäßig zum Gespräch, aber 5 Monate später, nachdem die offenen Fragen, wie Räumlichkeiten und Anleitung, gelöst waren, auch zur Gymnastik.
Seitdem treffen wir uns jede Woche unter Anleitung einer Physiotherapeutin zur Gruppengymnastik und zur Information. Außerdem kommen wir 4 – 5 mal im Jahr zu einer großen Gesprächsrunde zusammen, zu der Gäste, Ärzte, Vertreter von Krankenkassen, vom Sozialamt und von der Kontaktstelle für SHG in Dessau eingeladen werden.

Um das Gruppenleben weiter zu fördern, haben wir viele Jahre vor der Sommerpause ein Sommerfest gestaltet. Seit 4 Jahren unternehmen wir an dessen Stelle jeweils gemeinsame Fahrten. So waren wir an der Goitsche bei Bitterfeld und am Muldestausee mit anschließenden Dampferfahrten, oder wir fuhren mit dem Bus nach Berlin, mit Besichtigung des Reichstages und des Brandenburger Tores, und nach Dresden mit Besichtigung seiner vielen Sehenswürdigkeiten, wie Frauenkirche, Brühl´sche Terrasse, Panometer und einer Dampferfahrt zum Schloss Pillnitz. Für dieses Jahr ist eine Fahrt ins „Blaue” geplant.
Außerdem gehen wir gemeinsam Abendessen, regelmäßig zum Rosenmontag, vor der Sommerpause und zum Jahresabschluss. Bei uns sind auch die jeweiligen Partner gern gesehen. Sie können bei allen Veranstaltungen dabei sein.

Da wir durch die vielen Jahre, die wir bereits zusammen sind, sehr gute Kontakte zu einander haben, fällt uns das offene Reden über Probleme mit der Krankheit nicht mehr schwer. Deshalb wollten wir auch unser 20-jähriges Bestehen außergewöhnlich feiern.

Am 16. April haben wir mit vielen Gästen, z.B. vom Sozialamt der Stadt Dessau, der AOK, vom Landesverband Sachsen-Anhalt, Herr Siebenbrodt und Frau Kaspareit, vom Bundesvorstand, Herr Hippe, von der Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen in Dessau und der Coswiger SHG gefeiert, um nur einige zu nennen.
Bei einem von de Gruppenmitgliedern selbstgestalteten Kuchenbuffet stießen wir auf erfolgreiche Jahre an.
Ein buntes Programm mit Bauchtanzeinlagen, humoristischen Sketchen von Gruppenmitgliedern und einem Andrea-Berg-Double brachte uns alle in Hochstimmung.

Es war eine gelungene Veranstaltung, bei der wir unser 20-jähriges Bestehen würdevoll und fröhlich gefeiert haben.

Text: Gudrun Seidig
Gruppensprecherin

Dank und Anerkennung für geleistete Arbeit

Am 2. September 2015 würdigten unser Ministerpräsident Rainer Haselhoff und der Oberbürgermeister der Stadt Dessau-Roßlau Peter Kuras die Vertreter langjähriger Selbsthilfegruppen.

Als eine der langjährigen SHG von Dessau, die im April 1990 von Gudrun Seidig gegründet wurde, nahm ich als neuer Gruppensprecher für 25 Jahre SHG Morbus Bechterew die Ehrenurkunde der Stadt Dessau-Roßlau entgegen.

In seiner Ansprache betonte der Ministerpräsident: „Selbsthilfe ist ein wichtiges Element in unserer Gesellschaft. Sie stärkt die Eigenverantwortung und das Selbstbewusstsein“. Am Ende seines Grußwortes betonte er, dass die Arbeit und das Engagement der SHG ihm größten Respekt abfordern.

Der OB der Stadt Dessau-Roßlau würdigte in seiner Ansprache die Arbeit der SHG und lud unter musikalischer Umrahmung durch eine Akkordeongruppe zu einem Glas Sekt sowie Kaffee und Kuchen in gemütlicher Runde ein.

Bernd Dammann

Tagesfahrt der Gruppe Dessau-Roßlau am 18.08.2018

Nach kurzen warten am Bahnhof in Dessau, kam unser Bus pünktlich um die Ecke um uns 36 Hanseln für die Fahrt nach Eisenach abzuholen. Nach einer ruhigen ,und Stau freien Fahrt kamen wir voller Energie in Eisenach an. Die Zeit erlaubte es uns einen Kleinen Stadtbummel zu unternehmen. Auch ein kleiner Einkauf sowie ein Kaffee ließ die Zeit zu,bis es hinauf zur Wartburg ging. Bei schönstem Wetter besichtigten wir die Wartburg und ließen uns durch eine Führung so einiges zur Geschichte erklären. Jetzt war es Zeit bei Kaffee und Kuchen im Wappensaal der Wartburg die Eindrücke zu verarbeiten. Danach folgte der Abstieg bzw. die Abfahrt mit den Pendelbus zum Parkplatz wo unser netter Busfahrer schon wartete. Auch die Rückfahrt war Störungsfrei, und so kamen wir nach einen schönen Tag dort wieder an wo alles begann.

Bernd Dammann

 
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